Wie ist die Hanfpflanze aufgebaut und wie wächst sie?
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Der Aufbau einer Hanfpflanze ist komplexer, als viele vermuten würden: Die Cannabis sativa L. ist eine botanisch faszinierende Kulturpflanze mit einem ausgeklügelten Zusammenspiel aus Wurzeln, Faserstängeln, charakteristischen Fingerblättern und harzreichen Blüten. Dieser Artikel erklärt, wie die Hanfpflanze aufgebaut ist, wie sie wächst und was die verschiedenen Sorten voneinander unterscheidet.
Was ist eine Hanfpflanze und wie wird sie botanisch eingeordnet?
Die Cannabis sativa L. gehört zur Familie der Cannabaceae. Diese Familie umfasst rund 170 Pflanzenarten, darunter auch den Hopfen (Humulus lupulus), der beim Bierbrauen verwendet wird. Die Hanfpflanze ist eine einjährige, krautige Pflanze und zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Archäologische Funde belegen ihre Nutzung in Asien vor mehr als 10.000 Jahren, zunächst für Fasern, später für Samen und Öl.
Im heutigen Sprachgebrauch unterscheidet man zwischen Nutzhanf und anderen Cannabis-Varietäten. Nutzhanf bezeichnet Sorten, die für industrielle Zwecke, also für Fasern, Samen oder Extrakte, angebaut werden. In der EU gilt dabei ein gesetzlicher THC-Grenzwert von unter 0,3 Prozent. Innerhalb der Hanfpflanze kommen über 100 verschiedene Cannabinoide vor. CBD ist eines davon und gehört zu den am intensivsten erforschten Pflanzenstoffen dieser Art. Mehr dazu findest du in unserem Überblick zu CBD als Pflanzenstoff.
Die botanische Klassifikation lautet vollständig: Reich Plantae, Klasse Magnoliopsida, Ordnung Rosales, Familie Cannabaceae, Gattung Cannabis, Art Cannabis sativa L. Das „L." steht für Carl von Linné, der die Pflanze 1753 wissenschaftlich beschrieben hat. Eine detaillierte wissenschaftliche Klassifikation bietet die Datenbank der Kew Royal Botanic Gardens zu Cannabis sativa.
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Welche Pflanzenteile gehören zum Aufbau der Hanfpflanze?
Der Aufbau der Hanfpflanze folgt einem klaren botanischen Schema. Jedes Organ hat eine spezifische Funktion und trägt auf seine Weise zum Gesamtbild dieser vielseitigen Pflanze bei.
Wurzelsystem
PFAHLWURZEL · TIEFWURZELND
Die Hanfpflanze bildet eine kräftige Pfahlwurzel, die tief in den Boden eindringt. Seitenwurzeln erschließen zusätzlich das oberflächennahe Erdreich. Das Wurzelsystem verankert die Pflanze stabil und nimmt Wasser sowie Nährstoffe auf.
Stängel
FASERN · HOLZKERN · HOHL
Der Stängel ist hohl und besteht aus einer äußeren Faserschicht (Bast) und einem inneren Holzkern (Schäben). Die Bastfasern zählen zu den reißfestigsten Naturfasern überhaupt und werden in der Textilindustrie genutzt.
Blätter
FINGERBLÄTTER · GEZÄHNT
Die charakteristischen Fingerblätter bestehen je nach Sorte aus 5 bis 13 einzelnen Blattfingern. Sie sind gesägt, lanzettförmig und sitzen gegenständig am Stängel. Jüngere Pflanzen haben weniger Blattfinger als ausgewachsene.
Blüten & Trichome
HARZDRÜSEN · CANNABINOIDE · TERPENE
Die Blüten weiblicher Pflanzen sind dicht mit Trichomen besetzt. Diese winzigen, drüsenartigen Haarstrukturen produzieren Cannabinoide wie CBD sowie Terpene und Flavonoide. Männliche Blüten bilden Pollen und sind deutlich weniger harzreich.
Samen
NÄHRSTOFFREICH · ÖLHALTIG
Hanfsamen entstehen nach der Bestäubung in den weiblichen Blüten. Sie sind reich an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie pflanzlichem Eiweiß. Aus kaltgepressten Hanfsamen entsteht Hanfsamenöl, ein beliebtes Lebensmittel.
Cannabinoide wie CBD entstehen nicht gleichmäßig in der gesamten Hanfpflanze. Sie konzentrieren sich in den Trichomen, den winzigen Harzdrüsen auf den Blüten und Blättern weiblicher Pflanzen. Für die Extraktion von CBD-Öl werden daher bevorzugt die Blüten und blütennahen Blätter verwendet.
Wie verläuft das Wachstum der Hanfpflanze von der Saat bis zur Blüte?
Das Wachstum der Hanfpflanze gliedert sich in klar abgrenzbare Phasen. Jede Phase stellt andere Anforderungen an Licht, Temperatur und Nährstoffversorgung.
Von der Keimung bis zur Ernte – die fünf Phasen im Überblick
Keimung
3–7 Tage. Samen quellen auf, die Keimwurzel (Radicula) bricht durch die Samenschale.
Sämling
1–2 Wochen. Erste Keimblätter (Kotyledonen) erscheinen, danach die ersten echten Fingerblätter.
Vegetativ
3–16 Wochen. Starkes Höhenwachstum, Blattentwicklung. Benötigt viel Licht (18+ Stunden).
Blüte
8–11 Wochen. Kürzere Tage lösen die Blütenbildung aus. Trichome bilden sich intensiv.
Ernte
Der Erntezeitpunkt ist entscheidend für das Cannabinoid- und Terpenspektrum. Nutzhanf: meist September–Oktober.
Botanische Grundlagen Cannabis sativa L.
Nutzhanf im Freiland braucht vom Aussäen bis zur Ernte typischerweise 90 bis 120 Tage. Der Photoperiodismus spielt dabei eine zentrale Rolle: Sobald die Tageslichtlänge unter etwa 12 Stunden sinkt, wechselt die Pflanze von der vegetativen Phase in die Blütephase. Temperatur und Bodenbeschaffenheit beeinflussen zusätzlich, wie kräftig die Pflanze heranwächst. Für qualitativ hochwertigen Nutzhanf ist bio-zertifizierter Anbau ein wichtiges Kriterium, da auf synthetische Pestizide und Düngemittel verzichtet wird.
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Welche Sorten der Hanfpflanze gibt es und was unterscheidet sie?
Die Sorten der Hanfpflanze unterscheiden sich in drei Hauptgruppen sowie deren Kreuzungen. Jede Gruppe hat ein charakteristisches Erscheinungsbild und ein eigenes Inhaltsstoffprofil.
Cannabis sativa
- Schlanker, hoher Wuchs (bis 4 m)
- Schmale, lange Fingerblätter
- Lange Blütezeit
- Bevorzugt warme, sonnige Klimazonen
- Nutzhanfsorten meist aus dieser Gruppe
Cannabis indica
- Kompakter, buschiger Wuchs (0,5–1,5 m)
- Breitere, kürzere Fingerblätter
- Kürzere Blütezeit
- Ursprünglich aus bergigen Regionen (Hindu Kush)
- Häufig in Hybridformen verwendet
Cannabis ruderalis bildet eine dritte Gruppe: Diese Pflanzen bleiben sehr kleinwüchsig und blühen lichtunabhängig, also unabhängig von der Tageslänge. Man nennt das Autoflowering. Im modernen Anbau werden häufig Hybridformen aller drei Gruppen eingesetzt, um gewünschte Eigenschaften wie Wuchshöhe, Blütezeit oder Cannabinoidgehalt gezielt zu kombinieren. Mehr über die Unterschiede zwischen einzelnen Cannabinoiden erklärt unser Glossar zu Cannabinoiden.
Für den legalen Anbau in der EU gilt: Nur zugelassene Nutzhanfsorten mit einem THC-Gehalt von unter 0,3 Prozent dürfen angebaut werden. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe stellt unter fnr.de im Bereich Hanf umfangreiche Informationen zu zugelassenen Sorten und Anbaubedingungen bereit.
Was sind weibliche und männliche Hanfpflanzen und warum ist der Unterschied wichtig?
Die Hanfpflanze ist zweihäusig, also diözisch: Weibliche und männliche Blüten wachsen auf getrennten Pflanzen. Das ist eine botanische Besonderheit, die im Anbau eine große Rolle spielt.
Weibliche Hanfpflanzen bilden dichte, harzreiche Blütenstände. In deren Trichomen konzentrieren sich die höchsten Mengen an Cannabinoiden und Terpenen. Männliche Pflanzen hingegen entwickeln Blütenstände, die Pollen produzieren. Werden weibliche Pflanzen bestäubt, lenken sie ihre Energie in die Samenbildung, was den Harzgehalt deutlich senkt. Im Anbau für Extrakte werden männliche Pflanzen daher frühzeitig entfernt oder es kommen feminisierte Sorten zum Einsatz, die nahezu ausschließlich weibliche Pflanzen hervorbringen.
Feminisierte Hanfsorten entstehen durch gezielte Züchtung und produzieren zu über 99 Prozent weibliche Pflanzen. Das vereinfacht den Anbau für Extrakte erheblich, weil keine männlichen Pflanzen aussortiert werden müssen.
Wie hängen Hanfpflanze Aufbau und die Qualität von CBD-Öl zusammen?
Der Aufbau der Hanfpflanze und die Qualität des daraus gewonnenen CBD-Öls stehen in einem direkten Zusammenhang. Anbaubedingungen, Erntezeitpunkt und der verwendete Pflanzenteil bestimmen das Cannabinoid- und Terpenspektrum des Endprodukts.
Pflanzen aus bio-zertifiziertem Anbau ohne synthetische Pestizide liefern eine sauberere Ausgangsbasis für die Extraktion. Der Erntezeitpunkt beeinflusst, welche Cannabinoide in welchen Mengen vorhanden sind, da sich das Profil im Verlauf der Blütereife verändert. Bei der Vollspektrum-Extraktion werden möglichst viele der natürlich vorkommenden Pflanzenstoffe erhalten, also Cannabinoide, Terpene und Flavonoide gemeinsam. Was das für das fertige Öl bedeutet, erklärt unser Artikel zu Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat.
Als Qualitätssicherung dienen unabhängige Laboranalysen, sogenannte Certificates of Analysis (CoA). Sie zeigen den genauen Gehalt an Cannabinoiden und bestätigen, dass der THC-Grenzwert eingehalten wird. Bei Herbaleafs sind diese Analysen für jedes Produkt einsehbar.
Entdecke gerne das Herbaleafs CBD-Öl aus bio-zertifiziertem Nutzhanf mit transparenten Laboranalysen.
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Zu welcher Pflanzenfamilie gehört die Hanfpflanze?
Die Hanfpflanze (Cannabis sativa L.) gehört zur Familie der Cannabaceae, zu der auch der Hopfen (Humulus lupulus) zählt. Sie ist eine einjährige, krautige Pflanze und zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit.
Wie hoch kann eine Hanfpflanze wachsen?
Je nach Sorte und Anbaubedingungen kann eine Hanfpflanze zwischen 0,5 und über 4 Meter hoch werden. Nutzhanfsorten, die im Freiland für Fasern oder Samen angebaut werden, erreichen häufig Wuchshöhen von 2 bis 3 Metern.
Wo in der Hanfpflanze entstehen Cannabinoide wie CBD?
Cannabinoide wie CBD werden hauptsächlich in den Trichomen gebildet. Das sind winzige, drüsenartige Haarstrukturen, die sich vor allem auf den Blüten und Blättern weiblicher Hanfpflanzen befinden. In diesen Harzdrüsen werden auch Terpene und Flavonoide produziert.
Was ist der Unterschied zwischen Cannabis sativa, indica und ruderalis?
Cannabis sativa wächst schlank und hoch und bevorzugt warme Klimazonen. Cannabis indica ist kompakter und buschiger und stammt ursprünglich aus bergigen Regionen. Cannabis ruderalis ist sehr kleinwüchsig und blüht lichtunabhängig (autoflowering). Im modernen Anbau werden häufig Hybridformen dieser drei Gruppen verwendet.
Warum werden für die Herstellung von CBD-Öl meist weibliche Hanfpflanzen verwendet?
Weibliche Hanfpflanzen bilden harzreiche Blüten, in deren Trichomen sich die höchsten Konzentrationen an Cannabinoiden und Terpenen finden. Männliche Pflanzen produzieren hingegen vor allem Pollen und weisen einen deutlich geringeren Gehalt an diesen Pflanzenstoffen auf.