Was sind Terpene in Hanf und wozu braucht man sie?
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Terpene in Hanf sind der Grund, warum Cannabis sativa so unverwechselbar riecht. Wer ein hochwertiges CBD-Öl öffnet und tief einatmet, nimmt ein komplexes Aromaprofil wahr, das weit mehr als ein einzelner Duftstoff ist. Hinter diesem Aroma steckt eine ganze Klasse natürlicher Pflanzenstoffe, die auch in Lavendel, Zitronen oder Kiefern vorkommt. Dieser Artikel erklärt, was Terpene sind, wie sie entstehen und warum sie in einem Vollspektrum-CBD-Öl eine Rolle spielen.

Was sind Terpene in Hanf – und warum kommen sie vor?
Terpene gehören zu den größten Klassen natürlicher organischer Verbindungen überhaupt. Sie kommen in Tausenden von Pflanzenarten vor und sind hauptverantwortlich für deren charakteristischen Duft und Geschmack. Der frische Geruch einer Zitrone, das blumige Aroma von Lavendel oder der harzige Duft eines Kiefernwaldes – all das geht auf Terpene zurück.
In der Hanfpflanze Cannabis sativa L. ist die Terpenvielfalt besonders ausgeprägt. Die Pflanze bildet diese Verbindungen in spezialisierten Drüsenhaaren, den sogenannten Trichomen. Diese winzigen, klebrigen Strukturen sitzen vor allem auf den Blüten und Blättern der Pflanze. Botanisch gesehen erfüllen Terpene verschiedene Aufgaben: Sie können Bestäuber anlocken, Fressfeinde abwehren oder die Pflanze vor UV-Strahlung schützen.
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Hanf-Terpene sind damit keine Besonderheit der Cannabispflanze, sondern Teil eines universellen botanischen Prinzips. Was Cannabis sativa auszeichnet, ist die ungewöhnlich hohe Anzahl und Vielfalt der enthaltenen Terpene sowie deren Kombination mit pflanzeneigenen Cannabinoiden.
Wie entstehen Terpene in der Hanfpflanze?
Die Biosynthese von Terpenen beginnt mit einer einfachen Grundeinheit: Isopren, einer Verbindung mit der Formel C5H8. Über zwei biochemische Wege, den Mevalonat-Weg und den MEP-Stoffwechselweg, verknüpft die Pflanze diese Grundbausteine zu immer komplexeren Molekülen. Monoterpene bestehen aus zwei Isopren-Einheiten, Sesquiterpene aus drei, Diterpene aus vier.
Die Trichome der Hanfpflanze sind die eigentlichen Produktionsstätten. Hier entstehen sowohl Terpene als auch Cannabinoide, beide in enger räumlicher Nähe. Das Terpenprofil einer Pflanze ist dabei nicht genetisch festgelegt, sondern reagiert auf Umweltfaktoren. Lichtintensität, Temperatur, Bodenqualität und der Zeitpunkt der Ernte beeinflussen, welche Terpene in welcher Menge gebildet werden.
In Cannabis sativa wurden bislang über 200 verschiedene Terpene identifiziert. Diese Zahl macht deutlich, wie komplex das Aromaprofil der Hanfpflanze tatsächlich ist. Verschiedene Sorten, im botanischen Kontext als Chemovare bezeichnet, unterscheiden sich erheblich in ihrem jeweiligen Terpenprofil.

Welche Terpene in Hanf kommen am häufigsten vor?
Unter den über 200 identifizierten Terpenen der Hanfpflanze stechen einige besonders häufig hervor. Hier ein botanischer Überblick der bekanntesten Hanf-Terpene:
Myrcen
Erdig · moschusartig · fruchtig
Mengenmäßig dominantes Terpen in vielen Cannabis-Sorten. Besonders häufig in Sorten mit einem warmen, erdigen Aromaprofil.
Limonen
Frisch · zitrusartig · hell
In Terpene-Cannabis-Analysen taucht Limonen regelmäßig als zweit- oder dritthäufigstes Terpen auf. Kommt in Zitrusschalen besonders konzentriert vor.
Linalool
Blumig · süßlich · sanft
Hauptbestandteil des Lavendelaromas. In der Hanfpflanze in geringeren Mengen vorhanden, trägt aber deutlich zum Gesamtaromaprofil bei.
α-Pinen
Harzig · frisch · waldig
Eines der am weitesten verbreiteten Terpene in der Natur. In Cannabis vor allem in Sorten mit einem frisch-harzigen Aromaprofil nachweisbar.
β-Caryophyllen
Würzig · pfeffrig · warm
Das einzige bekannte Terpen, das gleichzeitig als Sesquiterpen klassifiziert wird. Damit besitzt es eine besondere chemische Struktur, die es von anderen Hanf-Terpenen unterscheidet.
Jedes dieser Terpene der Hanfpflanze ist auch in anderen Pflanzenarten nachweisbar. Das unterstreicht, dass es sich um universelle botanische Verbindungen handelt, nicht um Cannabis-spezifische Substanzen.
Was bedeutet das Terpenprofil für ein Vollspektrum-CBD-Öl?
Als Terpenprofil bezeichnet man die Gesamtheit aller in einer bestimmten Charge enthaltenen Terpene sowie deren jeweiligen Anteil. Jede Pflanze und jede Ernte bringt ein leicht anderes Profil mit sich, ähnlich wie beim Jahrgang eines Weins.
Bei der Herstellung von CBD-Öl spielt dieser Unterschied eine wichtige Rolle. Ein Vollspektrum-Extrakt enthält neben Cannabinoiden wie CBD, CBG oder CBN auch die natürlich vorkommenden Terpene und Flavonoide der Hanfpflanze. Ein CBD-Isolat hingegen enthält ausschließlich das isolierte Cannabinoid CBD. Alle anderen Pflanzenstoffe, einschließlich der Terpene, werden bei der Weiterverarbeitung entfernt.
Herbaleafs Vollspektrum-CBD-Öle bewahren das natürliche Terpenprofil der Hanfpflanze. Das ist eine bewusste Entscheidung für einen möglichst pflanzentreuen Extrakt. Jede Charge wird durch unabhängige Labore analysiert, und das Certificate of Analysis weist das Terpenprofil transparent aus. So lässt sich nachvollziehen, welche Terpene in CBD-Öl der jeweiligen Charge enthalten sind.

Wie unterscheiden sich Terpene von Cannabinoiden wie CBD?
Terpene
- In der gesamten Pflanzenwelt verbreitet
- Verantwortlich für Duft und Aroma
- Biosynthese über den Isopren-Weg
- Z. B. Linalool identisch in Lavendel und Hanf
- Monoterpene, Sesquiterpene, Diterpene
Cannabinoide
- Nahezu exklusiv in der Gattung Cannabis
- Eigenständige Klasse organischer Verbindungen
- Biosynthese aus Vorläufersubstanz CBGA
- CBD, CBG, CBN als bekannte Vertreter
- Cannabis-spezifische Enzymwege
Beide Gruppen entstehen zwar im selben Gewebe der Pflanze, folgen aber unterschiedlichen Biosynthesewegen. Cannabinoide entstehen aus der Vorläufersubstanz CBGA über enzymatische Prozesse, die für Cannabis spezifisch sind. Terpene entstehen dagegen über den Isopren-Weg, den Pflanzen aller Art nutzen.
Die Forschung zu Cannabinoiden und Terpenen befindet sich noch in einem frühen Stadium. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen das Zusammenspiel der verschiedenen Pflanzenstoffe in Cannabis sativa, wie etwa in diesem peer-reviewten Fachartikel von Russo (2011) im British Journal of Pharmacology, der einen botanischen Überblick zu Cannabinoiden und Terpenen in Cannabis sativa gibt.
Worauf sollte man bei Terpenen in Hanf-Produkten achten?
Nicht jedes CBD-Öl enthält noch das ursprüngliche Terpenprofil der Hanfpflanze. Wer darauf Wert legt, kann auf einige Qualitätsmerkmale achten.
Das Extraktionsverfahren ist entscheidend. Die CO2-Extraktion gilt als schonendstes Verfahren und erhält das natürliche Terpenprofil am besten. Bei Hochtemperaturverfahren oder aggressiven Lösungsmitteln gehen viele flüchtige Terpene verloren, da sie empfindlich auf Wärme reagieren.
Laboranalysen sind ein weiteres Qualitätsmerkmal. Ein seriöser Hersteller lässt jede Charge durch ein unabhängiges Labor prüfen. Das Certificate of Analysis, kurz COA, weist neben dem Cannabinoidgehalt auch das Terpenprofil aus. Verbraucherinnen und Verbraucher können dieses Dokument einsehen und so nachvollziehen, welche Terpene in Hanf-Produkten tatsächlich enthalten sind.
Auch der Anbau spielt eine Rolle. Pestizide und synthetische Düngemittel können das natürliche Terpenprofil der Pflanze beeinflussen. Bio-zertifizierter Anbau nach EU-Standards schließt den Einsatz dieser Substanzen aus. Mehr zur botanischen Einordnung der Gattung Cannabis findet sich auf Plants of the World Online des Royal Botanic Gardens Kew.
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Häufige Fragen zu Terpenen in Hanf
Was sind Terpene in Hanf genau?
Terpene sind natürliche organische Verbindungen, die in vielen Pflanzen vorkommen – darunter auch in der Hanfpflanze Cannabis sativa L. Sie sind hauptverantwortlich für den charakteristischen Duft und das Aroma der Pflanze und werden in speziellen Drüsenhaaren, den sogenannten Trichomen, gebildet.
Wie viele Terpene wurden in der Hanfpflanze bisher identifiziert?
In Cannabis sativa wurden bislang über 200 verschiedene Terpene nachgewiesen. Zu den am häufigsten vorkommenden zählen Myrcen, Limonen, Linalool, α-Pinen und β-Caryophyllen.
Sind Terpene dasselbe wie Cannabinoide?
Nein. Cannabinoide wie CBD oder CBG sind eine eigenständige Stoffklasse, die nahezu ausschließlich in der Cannabispflanze vorkommt. Terpene hingegen sind in der gesamten Pflanzenwelt weit verbreitet – zum Beispiel Limonen in Zitrusfrüchten oder Linalool in Lavendel.
Was bedeutet „Vollspektrum" in Bezug auf Terpene?
Ein Vollspektrum-Extrakt enthält neben Cannabinoiden auch die natürlich in der Hanfpflanze vorkommenden Terpene und Flavonoide. Im Gegensatz dazu enthält ein CBD-Isolat ausschließlich das isolierte Cannabinoid CBD, ohne Terpene oder andere Pflanzenstoffe.
Wie wird das Terpenprofil eines CBD-Öls nachgewiesen?
Seriöse Hersteller lassen jede Produktcharge durch unabhängige Labore analysieren. Das sogenannte Certificate of Analysis (COA) weist neben dem Cannabinoidgehalt auch das Terpenprofil der jeweiligen Charge aus und kann von Verbraucherinnen und Verbrauchern eingesehen werden.