Was macht die Omega-Fettsäuren im Hanföl so besonders?
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Wer sich für Pflanzenöle und ihre Zusammensetzung interessiert, stößt früher oder später auf Hanfsamenöl und sein ungewöhnliches Fettsäureprofil. Die Omega-Fettsäuren im Hanföl machen selbiges zu einem der interessantesten seiner Art. In diesem Artikel erfährst du, welche Fettsäuren in Hanföl stecken, wie sie entstehen und warum das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 in der Pflanzenkunde besondere Aufmerksamkeit bekommt.
Was sind Omega-Fettsäuren und warum sind sie in Hanföl so besonders?
Fettsäuren sind organische Verbindungen, die in fast allen Pflanzenölen vorkommen. Man unterscheidet drei Hauptgruppen: gesättigte Fettsäuren, einfach ungesättigte Fettsäuren und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Die Omega-Nomenklatur beschreibt die Position der ersten Doppelbindung im Fettsäuremolekül, vom sogenannten Omega-Ende der Kohlenstoffkette aus gezählt.
Omega-3-Fettsäuren haben ihre erste Doppelbindung am dritten Kohlenstoffatom. Bei Omega-6-Fettsäuren liegt sie am sechsten, bei Omega-9-Fettsäuren am neunten. Diese chemische Struktur bestimmt, wie das Molekül aufgebaut ist und wie es sich in einem Öl verhält. Hanföl enthält alle drei Omega-Typen in einem Verhältnis, das unter Pflanzenölen vergleichsweise selten vorkommt. Genau das macht die Omega-Fettsäuren in Hanföl aus botanischer Sicht so bemerkenswert.
Zum Vergleich: Olivenöl besteht zu einem großen Teil aus einfach ungesättigter Ölsäure (Omega-9), Sonnenblumenöl enthält vor allem Omega-6, aber kaum Omega-3. Hanfsamenöl vereint alle drei Omega-Typen in einem einzigen Öl. Das Thema Hanf als Superfood lässt sich nicht zuletzt auf dieses außergewöhnliche Fettsäureprofil zurückführen.
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Welche Omega-Fettsäuren stecken genau im Hanföl?
Das Fettsäureprofil von Hanfsamenöl setzt sich aus vier Hauptkomponenten zusammen. Jede davon hat eine eigene chemische Struktur und einen charakteristischen Anteil am Gesamtöl.
Linolsäure (LA)
OMEGA-6 · CA. 55–60 %
Die mengenmäßig dominierende Fettsäure in Hanfsamenöl. Linolsäure ist eine mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure und kommt in vielen Pflanzenölen vor, in Hanföl aber in besonders hoher Konzentration.
Alpha-Linolensäure (ALA)
OMEGA-3 · CA. 15–25 %
Die wichtigste Omega-3-Fettsäure in Hanfsamenöl. Alpha-Linolensäure ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure mit drei Doppelbindungen und kommt in pflanzlichen Ölen als Vorstufe der langkettigen Omega-3-Fettsäuren vor.
Gamma-Linolensäure (GLA)
OMEGA-6 · CA. 2–4 %
Eine vergleichsweise seltene Omega-6-Fettsäure, die in den meisten gängigen Pflanzenölen kaum vorkommt. Hanfsamenöl ist eine der wenigen Pflanzenquellen, die GLA in nennenswerten Mengen enthält.
Ölsäure
OMEGA-9 · CA. 10–15 %
Ölsäure ist eine einfach ungesättigte Fettsäure und der Hauptbestandteil von Olivenöl. In Hanfsamenöl ist sie ebenfalls vertreten, wenn auch in deutlich geringerem Anteil als in Olivenöl.
Besonders die Gamma-Linolensäure (GLA) verdient Aufmerksamkeit. Sie gehört zu den seltenen Omega-6-Fettsäuren, die der menschliche Körper nicht direkt aus Linolsäure gewinnt, sondern die als eigenständige Verbindung in der Pflanze gebildet werden. Unter den gängigen Speiseölen liefern nur wenige GLA in messbaren Mengen. Weitere Informationen zur Botanik der Hanfpflanze findest du im Artikel über Aufbau, Wachstum und Sorten der Hanfpflanze.
Hanfsamenöl enthält keine Cannabinoide wie CBD oder THC. Diese Verbindungen entstehen in den Drüsenhaaren der Blüten und Blätter, nicht in den Samen der Hanfpflanze. Das Fettsäureprofil ist ein botanisches Merkmal der Samen, unabhängig vom Cannabinoidgehalt der Pflanze.
Wie entsteht das einzigartige Fettsäureprofil im Hanföl?
Die Hanfpflanze, botanisch Cannabis sativa L., bildet ihre Fettsäuren während der Samenreife. In den Samen, genauer gesagt in den Nüssen der Pflanze, lagert sie Speicherfette ein, die aus einem charakteristischen Gemisch verschiedener Fettsäuren bestehen. Welche Fettsäuren in welchem Verhältnis entstehen, hängt von der Genetik der jeweiligen Sorte, den Anbaubedingungen und dem Reifegrad der Samen ab.
Für die Ölgewinnung werden die reifen Hanfsamen kaltgepresst. Bei der Kaltpressung bleibt die Temperatur bewusst niedrig, typischerweise unter 40 Grad Celsius, damit die empfindlichen mehrfach ungesättigten Fettsäuren nicht durch Hitze verändert werden. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren reagieren empfindlich auf Wärme, Licht und Sauerstoff. Ein schonender Pressvorgang ist deshalb entscheidend für die Qualität des Öls.
Im Vergleich zu anderen kaltgepressten Pflanzenölen fällt Hanfsamenöl durch seinen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf. Leinöl enthält zwar noch mehr Omega-3 (ALA), aber kaum GLA. Sonnenblumenöl ist reich an Omega-6, enthält aber nur wenig Omega-3. Rapsöl kommt dem Verhältnis von Hanfsamenöl näher, enthält aber keine GLA. Die Kombination aus hohem Omega-3-Anteil, ausgewogenem Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis und dem Vorkommen von GLA ist unter Pflanzenölen botanisch ungewöhnlich.
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Was ist das optimale Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis in Hanföl?
Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 ist ein häufig diskutiertes Merkmal in der Ernährungswissenschaft und Pflanzenkunde. In Hanföl liegt dieses Verhältnis je nach Sorte und Anbau bei etwa 3:1 bis 4:1. Das bedeutet: Auf drei bis vier Teile Omega-6-Fettsäuren kommt etwa ein Teil Omega-3-Fettsäuren.
Hanfsamenöl
- Omega-6 zu Omega-3: ca. 3:1 bis 4:1
- Hoher ALA-Anteil (Omega-3)
- Enthält seltene GLA (Omega-6)
- Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: ~80 %
Andere Pflanzenöle
- Sonnenblumenöl: Omega-6 zu Omega-3 ca. 120:1
- Leinöl: Omega-6 zu Omega-3 ca. 1:3 (umgekehrt)
- Olivenöl: kaum Omega-3, hauptsächlich Omega-9
- Rapsöl: ca. 2:1 bis 3:1, aber ohne GLA
Das Verhältnis von 3:1 bis 4:1 wird in der Pflanzenkunde und Ernährungswissenschaft als charakteristisches Merkmal von Hanfsamenöl beschrieben. Sonnenblumenöl beispielsweise enthält fast ausschließlich Omega-6, was sein Verhältnis stark in eine Richtung verschiebt. Leinöl dreht das Verhältnis um und enthält deutlich mehr Omega-3 als Omega-6. Hanfsamenöl liegt botanisch gesehen in einem mittleren Bereich, der unter Pflanzenölen vergleichsweise selten ist. Einen guten Überblick über verbreitete Missverständnisse rund um Hanf bietet der Artikel zu Hanf-Mythen und Fakten.
Wie unterscheiden sich Hanfsamenöl und CBD-Öl in Bezug auf Omega-Fettsäuren?
Diese Frage taucht häufig auf, und die Antwort ist klarer als viele vermuten. Hanfsamenöl und CBD-Öl sind zwei grundverschiedene Produkte, auch wenn beide aus der Hanfpflanze stammen. Die Omega-Fettsäuren in Hanföl sind ein Merkmal des Samenöls, nicht des CBD-Öls.
Hanfsamenöl entsteht durch Kaltpressung der reifen Hanfsamen. Es enthält das beschriebene Fettsäureprofil mit Linolsäure, Alpha-Linolensäure, GLA und Ölsäure. Cannabinoide wie CBD kommen in den Samen nicht vor. CBD wird aus den Blüten und Blättern der Hanfpflanze gewonnen und anschließend in einem Trägeröl gelöst.
Bei Herbaleafs wird für die CBD-Öle Bio-Olivenöl als Trägeröl verwendet, kein Hanfsamenöl. Olivenöl wurde als Träger gewählt, weil es stabil, gut verträglich und geschmacklich neutral genug ist, um die Qualität des Extrakts zu bewahren. Die Fettsäuren in Herbaleafs CBD-Ölen stammen also aus dem Olivenöl, nicht aus Hanfsamen. Wer mehr über die Anwendung von CBD-Öl im Alltag erfahren möchte, findet weiterführende Informationen im Artikel zu CBD-Öl im Alltag.
Hanfsamenöl und CBD-Öl sind botanisch klar zu trennen: Hanfsamenöl ist ein fettsäurereiches Speiseöl aus den Samen. CBD-Öl enthält Cannabinoide aus Blüten und Blättern, gelöst in einem Trägeröl. Die Omega-Fettsäuren in Hanföl sind ein Merkmal des Samenöls, nicht des CBD-Extrakts.
Worauf sollte man beim Kauf von Hanföl mit hochwertigen Omega-Fettsäuren achten?
Nicht jedes Hanfsamenöl im Handel hat dieselbe Qualität. Wer ein Öl mit einem möglichst vollständigen und unveränderten Fettsäureprofil sucht, sollte auf einige Merkmale achten.
Kaltpressung
VERARBEITUNGSQUALITÄT
Nur kaltgepresstes Hanfsamenöl behält das vollständige Fettsäureprofil. Raffination oder Erhitzung verändern die empfindlichen mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
Bio-Zertifizierung
ROHSTOFFQUALITÄT
Bio-zertifizierter Anbau schließt synthetische Pestizide und Herbizide aus. Da Hanfsamen Fette speichern, können fettlösliche Rückstände im Öl landen.
Dunkle Glasflasche
LICHTSCHUTZ
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren oxidieren unter Lichteinfluss. Eine dunkle Glasflasche schützt das Öl vor Licht und verlangsamt die Oxidation.
Transparenz & Analysen
HERSTELLERQUALITÄT
Seriöse Hersteller veröffentlichen Laboranalysen zu Fettsäurezusammensetzung, Peroxidzahl und Kontaminanten. Das schafft Vertrauen in die Rohstoffqualität.
Hanfsamenöl sollte kühl und dunkel gelagert werden, am besten im Kühlschrank nach dem Öffnen. Die hohe Konzentration an mehrfach ungesättigten Fettsäuren macht es empfindlicher als gesättigte Öle wie Kokosöl. Ein frisches, hochwertiges Hanfsamenöl riecht leicht nussig und hat eine grünlich-goldene Farbe. Riecht es ranzig oder bitter, ist das ein Zeichen für Oxidation.
Weiterführende Informationen zur Zusammensetzung von Hanfsamenöl findest du in der Fachliteratur auf PubMed zum Fettsäureprofil von Cannabis sativa. Eine botanische Übersicht zur Hanfpflanze bietet die Plants of the World Online Datenbank zu Cannabis sativa L.
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Welche Omega-Fettsäuren sind in Hanföl enthalten?
Hanföl enthält hauptsächlich Linolsäure (Omega-6), Alpha-Linolensäure (Omega-3), Gamma-Linolensäure (GLA, eine seltene Omega-6-Fettsäure) sowie Ölsäure (Omega-9). Diese Fettsäuren stammen aus den kaltgepressten Samen der Hanfpflanze Cannabis sativa L.
Wie ist das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 in Hanföl?
Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 in Hanföl liegt je nach Sorte und Anbau bei etwa 3:1 bis 4:1. Dieses Verhältnis wird in der Pflanzenkunde als charakteristisches Merkmal von Hanfsamenöl beschrieben und unterscheidet es von vielen anderen Pflanzenölen.
Was ist der Unterschied zwischen Hanfsamenöl und Hanföl?
Die Begriffe werden häufig synonym verwendet. Botanisch korrekt bezeichnet Hanfsamenöl das kaltgepresste Öl aus den Samen (Nüssen) der Hanfpflanze. Es enthält keine Cannabinoide wie CBD, da diese in Blüten und Blättern, nicht in den Samen vorkommen.
Enthält CBD-Öl auch Omega-Fettsäuren aus Hanf?
Das hängt vom verwendeten Trägeröl ab. Manche CBD-Öle verwenden Hanfsamenöl als Träger, andere wie die Produkte von Herbaleafs verwenden Bio-Olivenöl. In diesem Fall stammen die enthaltenen Fettsäuren aus dem Olivenöl, nicht aus Hanfsamen.
In welchen anderen Pflanzenölen kommt Gamma-Linolensäure (GLA) vor?
Gamma-Linolensäure ist eine vergleichsweise seltene Omega-6-Fettsäure. Neben Hanfsamenöl findet sie sich in nennenswerten Mengen vor allem in Borretschsamenöl, Nachtkerzenöl und schwarzem Johannisbeerkernöl. In den meisten gängigen Pflanzenölen wie Sonnenblumen- oder Rapsöl kommt GLA kaum vor.