Was sind CBG, CBN und CBC – und welche Cannabinoide stecken noch in der Hanfpflanze?
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Die Cannabinoide der Hanfpflanze sind weit mehr als nur CBD und THC. Cannabis sativa L. enthält über 100 verschiedene Phytocannabinoide, von denen die meisten noch kaum bekannt sind. CBG, CBN und CBC gehören zu den am häufigsten genannten Vertretern dieser Gruppe, doch was steckt botanisch dahinter? Dieser Artikel gibt dir einen sachlichen Überblick über die Vielfalt der Cannabinoide in Hanf.
Was sind Cannabinoide der Hanfpflanze überhaupt?
Cannabinoide der Hanfpflanze sind pflanzliche Sekundärstoffe, die in der Botanik als Phytocannabinoide bezeichnet werden. Das Präfix „Phyto" kommt aus dem Griechischen und bedeutet schlicht „Pflanze". Diese Verbindungen entstehen ausschließlich in der Hanfpflanze und einigen nah verwandten Arten. Chemisch gehören sie zur Gruppe der Terpenophenole, also Verbindungen, die aus einem Terpenteil und einem Phenolteil aufgebaut sind.
Cannabis sativa L. produziert diese Stoffe in den sogenannten Trichomen. Das sind winzige Drüsenhaare, die vor allem auf den Blüten und Blättern der Pflanze sitzen. Unter dem Mikroskop sehen sie aus wie kleine Pilze oder Kristalle. In diesen Trichomen laufen die biochemischen Prozesse ab, die zur Bildung der verschiedenen Cannabinoide führen.
CBD und THC sind die bekanntesten Vertreter dieser Gruppe, aber bei weitem nicht die einzigen. Neben ihnen sind über 100 weitere Cannabinoide in Hanf identifiziert worden, darunter CBG, CBN und CBC. Viele davon kommen nur in sehr geringen Mengen vor und sind noch wenig erforscht. Einen allgemeinen Überblick über die Welt der Cannabinoide in Hanf findest du in unserem Glossar.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Phytocannabinoiden (aus der Pflanze), Endocannabinoiden (körpereigen, beim Menschen und Tieren) und synthetischen Cannabinoiden (im Labor hergestellt). In diesem Artikel geht es ausschließlich um die pflanzlichen Vertreter. Wenn dich das Endocannabinoid-System interessiert, haben wir dazu einen eigenen Artikel.
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Was ist CBG und warum gilt es als Mutter der Cannabinoide der Hanfpflanze?
CBG steht für Cannabigerol und nimmt in der Biosynthese der Hanfpflanze eine besondere Stellung ein. Es ist die biosynthetische Vorstufe, aus der viele andere Cannabinoide der Hanfpflanze hervorgehen. Deshalb trägt es in der Botanik den Beinamen „Mutter der Cannabinoide".
Genauer gesagt ist es die Säureform CBGA (Cannabigerolsäure), die am Anfang der Biosynthesekette steht. In der wachsenden Pflanze wird CBGA durch verschiedene Enzyme in andere Cannabinoidsäuren umgewandelt. Aus CBGA entstehen so CBDA (die Vorstufe von CBD), THCA (die Vorstufe von THC) und CBCA (die Vorstufe von CBC). Durch Wärme oder UV-Licht verlieren diese Säureformen ihre Carboxylgruppe, ein Prozess der Decarboxylierung, und werden zu den bekannten neutralen Cannabinoiden.
CBGA ist die biosynthetische Ausgangsverbindung der meisten Cannabinoide in der Hanfpflanze. Je mehr CBGA in CBDA, THCA oder CBCA umgewandelt wird, desto weniger CBG verbleibt in der reifen Pflanze.
Da CBGA in der reifenden Pflanze fast vollständig umgewandelt wird, ist CBG in ausgewachsenen Hanfpflanzen nur in sehr geringen Mengen vorhanden, oft unter einem Prozent der Gesamtcannabinoidmenge. Züchter, die CBG-reiche Sorten gewinnen möchten, ernten die Pflanzen daher früher, bevor die Umwandlung vollständig abgeschlossen ist. Die Forschung zu CBG steht im Vergleich zu CBD noch am Anfang, und die wissenschaftliche Literatur zur Cannabinoid-Biosynthese wächst stetig.
Was ist CBN und wie entsteht dieses Cannabinoid in der Hanfpflanze?
CBN steht für Cannabinol und ist in seiner Entstehung ein Sonderfall unter den Cannabinoiden in Hanf. Es ist kein direktes Produkt der pflanzlichen Biosynthese, sondern entsteht durch den oxidativen Abbau von THC. Wenn THC über längere Zeit Sauerstoff, Licht oder Wärme ausgesetzt wird, baut es sich schrittweise zu CBN ab.
Das bedeutet: Je älter das Pflanzenmaterial oder je intensiver die Licht- und Wärmeeinwirkung, desto mehr CBN kann entstehen. Frisch geerntete Hanfpflanzen enthalten daher kaum CBN. In gelagertem Material hingegen steigt der CBN-Anteil mit der Zeit an. Botanisch gesehen ist CBN also ein Abbauprodukt, kein primäres Syntheseprodukt der Pflanze.
CBG – Cannabigerol
BIOSYNTHESE-VORSTUFE · FRÜHERNTE
CBGA ist die Ausgangsverbindung der Cannabinoid-Biosynthese. In reifen Pflanzen nur in geringen Mengen vorhanden, da es fast vollständig umgewandelt wird.
CBN – Cannabinol
ABBAUPRODUKT · LAGERUNG
CBN entsteht durch oxidativen Abbau von THC. Frische Pflanzen enthalten kaum CBN. Der Anteil steigt mit Lagerzeit, Licht- und Wärmeeinwirkung.
CBC – Cannabichromene
SCHWESTERPRODUKT · JUNGE PFLANZEN
CBC entsteht wie CBD direkt aus CBGA. Es kommt vor allem in jüngeren Pflanzen in höheren Konzentrationen vor und ist nicht psychoaktiv.
CBD – Cannabidiol
BEKANNTESTES CANNABINOID · NICHT PSYCHOAKTIV
CBD entsteht aus CBDA durch Decarboxylierung. Es ist das mengenmäßig dominierende Cannabinoid in industriellen Hanfsorten und das am besten erforschte.
Die Erforschung der verschiedenen Cannabinoide in Hanf ist ein aktives Wissenschaftsfeld. Für CBN gilt das besonders, da seine Entstehung durch Lagerung und Abbau es schwerer fassbar macht als Cannabinoide, die direkt in der Pflanze synthetisiert werden.
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Was ist CBC und welche Rolle spielt dieses Cannabinoid in der Pflanze?
CBC steht für Cannabichromene und gehört wie CBD zu den direkten Syntheseprodukten aus CBGA. In der Biosynthesekette der Hanfpflanze entsteht CBCA (Cannabichromenensäure) durch das Enzym CBCA-Synthase, das CBGA als Ausgangsstoff nutzt. Durch Decarboxylierung, also den Verlust der Carboxylgruppe durch Wärme oder UV-Licht, entsteht daraus CBC.
CBC ist damit ein direktes Schwesterprodukt von CBD und THC in der Biosynthesekette. Alle drei entstehen aus demselben Ausgangsstoff CBGA, nur durch unterschiedliche Enzyme. Chemisch unterscheidet sich CBC von THC darin, dass CBC keine psychoaktiven Eigenschaften besitzt. Die Ringstruktur des Moleküls ist anders aufgebaut, was zu einem anderen chemischen Verhalten führt.
In der Pflanze kommt CBC vor allem in jüngeren Exemplaren in höheren Konzentrationen vor. Mit zunehmender Reife sinkt der CBC-Anteil relativ gesehen, da andere Cannabinoide wie CBD mengenmäßig dominieren. CBC ist in der Forschung weniger präsent als CBD oder CBG, wird aber zunehmend als Teil des natürlichen Cannabinoidprofils von Hanf betrachtet.
Was bedeutet Vollspektrum und welche Cannabinoide der Hanfpflanze sind darin enthalten?
Der Begriff Vollspektrum beschreibt einen Extrakt, der das gesamte natürliche Spektrum der Pflanzenstoffe aus Cannabis sativa enthält. Das bedeutet: nicht nur CBD, sondern auch CBG, CBN, CBC und weitere Cannabinoide der Hanfpflanze, dazu Terpene, Flavonoide und andere sekundäre Pflanzenstoffe. Einen detaillierten Vergleich der verschiedenen Extrakt-Typen findest du im Artikel über Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat.
Vollspektrum-Extrakt
- Enthält alle natürlichen Cannabinoide: CBD, CBG, CBN, CBC u.a.
- Terpene und Flavonoide enthalten
- THC-Gehalt unter 0,3 % (gesetzliche Vorgabe)
- Vollständiges Pflanzenprofil erhalten
CBD-Isolat
- Nahezu reines CBD, alle anderen Stoffe entfernt
- Keine Terpene, keine weiteren Cannabinoide
- Kein THC
- Geruchs- und geschmacksneutral
Herbaleafs Vollspektrum-CBD-Öle entstehen aus bio-zertifiziertem Hanfanbau und werden mit Bio-Olivenöl als Trägeröl kombiniert. Der THC-Gehalt liegt gesetzeskonform unter 0,3 %. Broad-Spectrum-Extrakte liegen zwischen Vollspektrum und Isolat: Sie enthalten mehrere Cannabinoide, aber in der Regel kein THC. Das Zusammenspiel der verschiedenen Pflanzenstoffe im Vollspektrum-Extrakt wird in der Forschung unter dem Begriff Entourage-Effekt diskutiert.
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Wie unterscheiden sich die verschiedenen Cannabinoide der Hanfpflanze chemisch voneinander?
Alle Phytocannabinoide teilen ein gemeinsames chemisches Grundgerüst: Sie gehören zur Klasse der Terpenophenole. Das bedeutet, sie bestehen aus einem Terpenteil (abgeleitet von Geranylpyrophosphat) und einem Phenolteil (abgeleitet von Olivetolsäure). Trotz dieses gemeinsamen Grundgerüsts unterscheiden sie sich in ihrer Molekülstruktur, was zu unterschiedlichen chemischen Eigenschaften führt.
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Cannabinoide in Hanf im Vergleich nach ihrer Entstehung und ihrem Vorkommen in der Pflanze:
Relativer Anteil in typischen CBD-reichen Industriehanfsorten (schematisch, kein Absolutwert)
Schematische Darstellung, keine Absolutwerte. Werte variieren je nach Sorte und Anbaubedingungen. | herbaleafs.com
Die Forschung zu den einzelnen Cannabinoiden in Hanf steht bei vielen Vertretern noch am Anfang. Während CBD und THC seit Jahrzehnten untersucht werden, sind CBG, CBN und CBC erst in jüngerer Zeit stärker in den Fokus gerückt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Cannabis sativa und seine Inhaltsstoffe als botanische Stoffe klassifiziert und bewertet die Forschungslage laufend. Auch auf PubMed finden sich zahlreiche Studien zur Cannabinoid-Biosynthese, die zeigen, wie aktiv dieses Forschungsfeld ist.
Was alle Phytocannabinoide gemeinsam haben: Sie entstehen in derselben Pflanze, aus denselben Ausgangsstoffen, und bilden zusammen das charakteristische Cannabinoidprofil einer Hanfsorte. Dieses Profil variiert je nach Sorte, Anbaubedingungen, Erntezeitpunkt und Verarbeitung.
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Wie viele Cannabinoide enthält die Hanfpflanze insgesamt?
Die Hanfpflanze (Cannabis sativa L.) enthält über 100 verschiedene Phytocannabinoide. Zu den am besten erforschten zählen CBD, THC, CBG, CBN und CBC. Die genaue Anzahl variiert je nach Pflanzensorte, Anbaubedingungen und Reifezustand.
Was bedeutet der Begriff „Phytocannabinoid"?
Der Begriff „Phytocannabinoid" setzt sich aus dem griechischen Wort „phyton" (Pflanze) und „Cannabinoid" zusammen. Er bezeichnet Cannabinoide, die natürlich in der Hanfpflanze vorkommen, im Unterschied zu synthetischen oder körpereigenen (endogenen) Cannabinoiden.
Warum wird CBG als „Mutter der Cannabinoide" bezeichnet?
CBG trägt diesen botanischen Beinamen, weil seine Säureform CBGA die biosynthetische Vorstufe der meisten anderen Cannabinoide ist. Durch enzymatische Prozesse in der Pflanze entsteht aus CBGA unter anderem CBDA (Vorstufe von CBD), THCA (Vorstufe von THC) und CBCA (Vorstufe von CBC).
Wie entsteht CBN in der Hanfpflanze?
CBN (Cannabinol) ist kein direktes Biosyntheseprodukt der Hanfpflanze, sondern entsteht durch die oxidative Umwandlung von THC. Dieser Prozess findet vor allem bei länger gelagertem Pflanzenmaterial oder durch intensive Licht- und Wärmeeinwirkung statt. CBN gilt daher als Abbauprodukt.
Was ist der Unterschied zwischen einem Vollspektrum-Extrakt und einem CBD-Isolat?
Ein Vollspektrum-Extrakt enthält alle natürlich vorkommenden Pflanzenstoffe der Hanfpflanze, darunter CBD, CBG, CBN, CBC, Terpene und Flavonoide. Ein CBD-Isolat hingegen besteht aus nahezu reinem CBD, das von allen anderen Pflanzenstoffen getrennt wurde. Broad-Spectrum-Extrakte liegen dazwischen: Sie enthalten mehrere Cannabinoide, aber in der Regel kein THC.